„Orlando“ nach dem Roman von Virginia Wolf. Akademietheater

Regie: Therese Willstedt, Textfassung: Tom Silkeberg., Bühne und Licht: M.K. Axelsson, Kostüme: Maja Mirkovic.

Die sieben Orlando: Elisabeth Augustin, Stefanie Dvorak, Markus Meyer, Seám Mcdonagh, Martin Schwab, Andrea Wenzl, Itay Tiran

Über die Bühne rennen, stolpern und gehen schwarz gekleidete Figuren, alle mit ähnlich schwarzem Haarschopf. Ahamoment – wieder einmal eine Figur und mehrere Darsteller. Das hatten wir doch schon öfter, z.B. mehrere Romeos (Volkstheater), fünf Hamlets (Burgtheater) – hat nicht viel mehr gebracht als Verwirrung. So auch ein Orlando mal sieben – von den hinteren Reihen des Parterres sind die einzelnen Figuren/Schauspieler nicht zu identifizieren – sollen sie wahrscheinlich auch nicht. Ich konnte nur Martin Schwab und Stefanie Dvorak an ihren Stimmen erkennen. Wer was spricht – unklar. Die leisen Töne verlieren sich bis in die hinteren Reihen. Ich beginne gegen den Schlaf zu kämpfen und stelle fest, dass der in weiser Voraussicht vorher eingenommene Espresso nichts hilft. Was ist aus der spritzig-witzigen Romanfigur Orlando geworden? Als Lustknabe der Königin ging er ja noch durch, als Gesandter in Konstantinopel schon weniger. Da überwiegen die billigen Gags mit Schwimmreifen und Kinderspielzeug. Irgendwann erwacht einer der Orlandos und stellt fest, er ist eine Frau. Auch dieser Spaß wird vergeigt, geht unter. Zu viel Gehampel und Gewurschtel mit Kostümen. Am Ende steht ein Orlando, eine Orlando da und stellt fest: Na gut, jetzt hab ich einen Ehemann und ein Kind. Der Ehemann ist immer auf Reisen und lässt mich machen. „Ich mache, was ich will!“ -Das war noch das Griffigste an diesem Abend.

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